Heutige Messmethoden zu Galileis Experimenten
 

Obwohl Galilei bei seinen Experimenten zur Mechanik hohe Messfehler berücksichtigen musste, wie z. B. durch die Reibung, kam er zu richtigen Schlussfolgerungen:
 
 
 

Beim freien Fall eines Körpers ist die zurückgelegte Strecke proportional zum Quadrat der Zeit;
und
die Schwingungszeit eines Pendels ist nur von der Pendellänge, nicht aber vom Gewicht der Kugeln abhängig.
 

Die Messungenauigkeiten, die Galilei bei seinen Versuchen einkalkulieren musste, können mit dem heutigen Stand der Technik nahezu unberücksichtigt gelassen werden. Galileis grösstes Problem ist eine genaue Zeitbestimmung bei seinen Experimenten. Die von ihm verwendete Wasseruhr ist für die damalige Zeit die beste Möglichkeit gewesen, kurze Zeitintervalle zu messen, doch heute kann man mit Hilfe von Lasertechnik und Lichtschranken auf eine hundertstel Sekunde genau messen. Da diese Versuche alle automatisch gesteuert werden, fällt auch die Messungenauigkeit durch die menschliche Reaktionszeit weg.
Bei der Untersuchung des freien Falls braucht man heute keine schiefe Ebene als Hilfsmittel mehr. Um die Zeit zu berechnen, die ein Körper braucht eine bestimmte Strecke im freien Fall zu durchfallen werden Lichtschranken benutzt. Der hohe Reibungswiderstand auf einer schiefen Ebene aus Holz, wie Galilei sie verwendet hat,  fällt dadurch weg.
Die heutigen Messergebnisse zeigen noch deutlicher die Gesetzmäßigkeit der Bewegung, wie sie Galilei schon erkannt hat, auf.
Um das Phänomen des freien Falls zu veranschaulichen, benützt man High-Speed-Cameras, die mehrere Bilder in der Sekunde machen. Damit kann man deutlich erkennen, dass ein Objekt im freien Fall nach einer Sekunde eine Teilstrecke durchfallen hat, aber schon nach zwei Sekunden die vierte Teilstrecke erreicht hat, das bedeutet, die Geschwindigkeit hat sich zwischen erster und zweiter Teilstrecke verdoppelt.
Auch die Messfehler bei den Pendelversuchen sind durch die neuartige Zeitmessung verschwindend gering. Der Umkehrpunkt des Pendels muss nicht mehr mit bloßem Auge abgeschätzt werden, sondern wird z. B. mit Hilfe von Lichtschranken genau ermittelt. Auch wenn die Experimente von Galilei zur Mechanik durch die moderne Technik genauer und präziser geworden sind, hat er mit seinen, ihm zur Verfügung stehenden Mitteln die Basis für unsere heutige Physik gelegt. Galilei ist es zu verdanken, dass physikalische Theorien zuerst mit Experimenten überprüft werden um anschließend mit der Mathematik bewiesen zu werden. So entstehen nun gültige physikalische Gesetzmäßigkeiten.
In der heutigen Zeit werden die Verdienste Galileis in der Physik gewürdigt, indem sein Name als Synonym für neue wissenschaftliche Erkenntnisse steht. Dies zeigt z.B. die Tatsache, dass ein Satellit, der den Jupiter 1985 bis 1995 erkunden sollte, nach ihm benannt wurde.

 
 
 
 
 

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