5 Die blaue Hand

Anna und Michela


"Nathalie, ich fahr noch schnell was besorgen, warte du solange hier!", flüsterte ihr ihre Mutter zu. "Ja, aber beeil dich!", antwortete das Kind seiner Mutter. Es war Weihnachten, und kaum hatte die Mutter die Tür hinter sich geschlossen, eilte das Mädchen ins Wohnzimmer, indem ein festlich geschmückter Weihnachtsbaum stand Unter ihm befanden sich unzählige Geschenke, einige von ihnen hatten in Glitzerbuchstaben ihren Namen stehen. Eines von ihnen war besonders groß und stechend rot mit einer glitzernden, samtenen Schleife darum. Es glitzerte so schön dass sie nicht widerstehen konnte es zu öffnen. Doch dass hätte sie lieber nicht getan, denn im nächsten Moment platzte eine leuchtend blaue Hand durch den Pappdeckel und griff nach ihr.

Sie landete an einem Ort, der ihr vollkommen unbekannt war .Sie schaute sich um, vor ihr waren weit und breit nur riesige, schwer mit glitzernden Kugeln behängte Tannenbäume. Das Lametta spiegelte sich in ihren Augen wieder und ihr stieg der Geruch von Lebkuchen und frisch gebackenen Plätzchen in die Nase. Der mindestens 50cm hohe Schnee glitzerte in der langsam untergehenden Sonne und so verfärbte sich der Himmel rosa. Aufgeregt stürmten fremdartige Wesen mit Zipfelmützen an ihr vorbei. Wo immer sie auch war, es konnte keine normale Welt sein.

Vom Ende der Straße, in der immer wieder "Christmas in my heart" von Sarah Connor ertönte, kam ihr ein sonderbares Wesen entgegen. Es war viel außergewöhnlicher als alle anderen hier. Sie fühlte sich von einem Moment zum anderen seltsam verlassen. Als es nur noch wenige Meter von Nathalie entfernt war, konnte sie erkennen, dass es sich hier um eine Art Gnom handelte. Er war halb so groß wie sie, hatte eine kaputte Brille auf der Nase, seine winzigen pinkfarbenen Augen funkelten düster drein, und sein Zauberstab in der linken Hand zitterte mächtig. Sein langer, roter Umhang war zerrissen, sein Bart zerzaust.

Das Kind war der Meinung, dass dieses Wesen eindeutig nicht in diese Welt passte. Als er schließlich vor ihr stand, stotterte sie mit angsterfüllter Stimme: "W w wer bist du?"
Er antwortete ihr: "Mein Name ist Kobold, komm doch mit zu mir nach Hause, dort erkläre ich dir bei einer heißen Tasse Schokolade alles Weitere." Vor Schreck immer noch zitternd ging sie mit ihm mit.

•In dem Haus des Gnoms angekommen, konnte das Mädchen ihren Augen nicht trauen, alles war voller Zaubergegenstände. Am besten gefiel ihr ein stechend grüner Schlitten. Nachdem sie sich ein wenig aufgewärmt hatten und Kobold ihr erklärt hatte, dass sie sich in Middle Haddingten befinden würden einer Stadt zur Vorbereitung auf Weihnachten, und dass sie versehentlich das Geschenk von der Frau des Weihnachtsmanns bekommen hatte, die es als Transportmittel zu ihnen benutzen sollte um sich von der Arbeit ihrer freiwilligen Untertanen zu überzeugen. Da jedoch beide den gleichen Namen trugen, wurde das Geschenk ihr zugestellt, fragte sie:" Können wir den Schlitten ausprobieren?"

•Das Gefährt hatte einen Turboantrieb und ein mit funkelnden und schimmernden Diamanten besetztes Lenkrad. Außerdem hatte es 3 Sitze. Als sie auf dem Gipfel des Berges vor Kobolds Haus standen, stellten sie den Schlitten zu Boden und stiegen auf .Nathalie saß am Steuer. Fast unten angekommen schrie sie: "Ich kann nicht bremsen, die Bremsen klemmen!" "halb so wild, der Schnee wird uns stoppen und wenn nicht, dann springen wir ab bevor wir gegen das Haus krachen!!! "Doch nichts geschah, Minuten später waren sie immer noch nicht unten angekommen ,und als sie sich umdrehten, erkannten sie voller Furcht, dass der Erdboden weit über ihnen lag. Mit einem Ruck blieben sie stehen und ehe sie irgendetwas hätten tun könne, schloss sich der Zugang und sie saßen fest.

•"Na toll, was jetzt?", meinte das Mädchen. Der Gnom entgegnete ihr: "Irgendwie kommen wir hier schon raus, aber wie?" Es war stockduster und nur schwach konnten sie feststellen, dass die Wände mit Schneckenschleim und Spinnennetzen bedeckt waren. Sie bekamen Gänsehaut. "Hui Buh, jetzt habt ihr euch aber erschreckt!" "wer bist du?", stotterte Nathalie. "Hey Alter, ich bin gekommen um euch vollkrass zu retten, also halts M**l und werde gerettet, denn ich bin der Geist von 50 Cent.", antwortete der Geist voller Coolheit. Er war 10 Meter hoch und 50 Meter breit und wog mind.1 Tonne. Er war ein berühmt berüchtigter XXL-Geist. Kurze Zeit später hatte der Geist sie verschluckt und flog mit ihnen durch die Wand.

•Kurz darauf konnten die beiden wieder Tageslicht sehen, der Geist, der sie voller ekliger Flüssigkeit ausgespuckt hatte, war jedoch verschwunden. Vor ihnen lag ein rotes Geschenk. Nathalie öffnete es vorsichtig. Die blaue Hand zog sie wieder in die Normalwelt zurück. Das Mädchen konnte feststellen, dass keine Zeit vergangen war, seit sie weg war. Hatte sie etwa nur geträumt? Da kam auch schon die Mutter zur Tür hinein und rief :"Merry Christmas! Das hier soll ich dir von jemandem geben, glaube, er hieß Kobold oder so…"sie nahm ihrer Mutter den strahlenden Briefumschlag ab, öffnete ihn -und in den Händen hielt sie ein Foto und eine Verabschiedung ihrer neuen Freunde .Es war also nicht geträumt…

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