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Die Entführung aus dem Serail

eine Inszenierung von Martin Duncan in der Bayerischen Staatsoper

 

 

Der Opernbesuch der Theaterinteressierten unter der Leitung und Organisation von Herrn Wehe und Herrn Wittmann, kündigte sich schon im vorhinein als denkwürdiges Ereignis an. Gespannt auf die sich uns bietenden Bilder betraten wir um 19:10 das Gebäude der bayerischen Staatsoper, nur um festzustellen, dass die gesamte Gruppe schon längst anwesend war. Ohne lange Umschweife begaben wir uns auf unsere Plätze im 1. Rang, von wo aus wir einen zumindest akzeptablen Blick auf die Bühne hatten. Das Bühnenbild, welches sich, recht modern, aus circa 100 Blättern Zeitungspapier und 8 an Seilen durch die Luft schwebenden, verschiedenfarbenen Sofas zusammensetzte, traf leider unseren, was Opern anbelangt, klassisch, konservativen Geschmack nicht ganz. Die Kostüme hingegen, eine bunte, orientalische Mischung waren im kargen Umfeld eine wahre Augenfreude. Leider wirkte der ständige Bruch zwischen Erzählung und Libretto etwas befremdend, da sich die beiden Stile, die Erzählung sehr leicht und locker und das "alte" Libretto so gar nicht komplementieren wollten. Der Gesamteindruck war daher nicht allzu überzeugend, was jedoch kaum am ausgezeichneten Gesang lag. Vor allem von der herrlichen Bassstimme des Osmin (Kurt Rydl) waren unseren Kollegiaten und Kollegiatinnen angetan. Alles in allem wirkte die Inszenierung, vor allem aufgrund ihrer ausgefallenen Parts, ein wenig destrukturiert, gerade so als wären eine handvoll guter Ideen ohne sichtbare Verknüpfung aneinandergereiht worden. Zum Schluss jedoch, konnte die gesamte Gruppe trotzdem und vor allem trotz Eiseskälte gut gelaunt nach Hause oder in eine der nahen Bars schlendern, ohne sich über einen vertanen Abend grämen zu müssen.

Lukas Vidoni, Adrian Sperl