Die Fachschaft Latein

Unsere Fachschaft hat derzeit vier Mitglieder: Hartmut Geuder, Susanne Kerschensteiner (derzeit im Mutterschaftsurlaub), Jutta Mertn und Thomas Weiser.

Für uns ist es vielleicht noch wichtiger als für andere Lateinfachschaften - die mit Grund- und Leistungskursen rechnen können -, einen Durchgang durch die vielfältigen Angebote des Faches in fünf (bzw. nach dem neuen Lehrplan in sechs) Jahren sinnvoll abzuschließen.

Insgesamt - und damit stehen wir ganz im Einklang sowohl mit dem alten als auch mit dem neuen Lehrplan - ist unser Anliegen, den Schülern eine nachhaltige Begegnung mit der antiken Welt und ihren Wirkungen bis in die Gegenwart zu bieten, den intensiven und reflektierenden Umgang mit Sprache und Texten zu trainieren sowie die Beschäftigung mit literarischen Werken und den darin erkennbaren Grundfragen menschlicher Existenz zu fördern: Dies könnte man als die elementaren Ziele des Lateinunterrichts ansehen, denen besondere Bedeutung zukommt, um in einer Zeit der Informationsflut und des zunehmenden Wertepluralismus ein verlässliches und fundiertes Wissen um unsere Wurzeln und die historisch gewachsenen Grundwerte Europas entwickeln und sichern helfen.

Von besonderer Wichtigkeit im Hinblick auf das nachhaltige Lernen ist dabei die Sicherung eines im Sinne des Multum-non-multa-Grundsatzes gedachten jahrgangsstufenspezifischen Grundwissenskanons, der die Voraussetzung für den Lernfortschritt in den folgenden Jahrgangsstufen bildet. Weiterhin liegt uns methodisches und selbständiges Lernen als eigener Lernbereich, in dem Kompetenzschulung und Persönlichkeitsbildung im Zentrum stehen, besonders am Herzen. Entscheidend sind hier kontinuierliche Vermittlung, beständige Festigung und altersgemäße Erweiterung vielfältiger Lern- und Arbeitsformen, das Training sicheren Umgangs mit Texten und Medien sowie die besondere Förderung selbständigen und teambezogenen Arbeitens.

 

Im Bereich der Lektürephase setzen wir auf das im neuen Lehrplan vorgesehene breitere Lektüreangebot mit den nun vermehrten Auswahlmöglichkeiten. Neben die bewährten Autoren und Themen tritt hier viel Neues, z. B. eine ausgedehnte Übergangslektüre in zwei Blöcken mit einfachen, die Interessen der Jugendlichen besonders ansprechenden Texten. Neu sind auch die themenorientierten Lektüreblöcke, die in vielen Fällen den Brückenschlag von der Antike in die Gegenwart ermöglichen und das vielfältige Bildungsangebot der Antike belegen: Begegnung mit Philosophen und Wissenschaftlern (Jgst. 10) und Ausgewählte Fälle aus dem römischen Recht (Jgst.10).

Für die Lektürephase sind an unserer Schule spezielle Projekte, etwa das Erstellen zweisprachiger Auswahleditionen von - oft völlig unverständlicherweise - unzugänglichen, aber bedeutenden Texte insbesondere der frühen Neuzeit in Planung. Die Lehrwerksphase, also den Grammatikunterricht, versuchen wir etwa durch das Nachspielen kleinerer Szenen lebendig zu gestalten.

 

Unterrichtsmaterialien wie Nachschlagewerke, Ergänzungsbände zu den eingeführten Lehrwerken und nicht eingeführte Lehrwerke finden sich in dem uns zur Verfügung stehenden Bereich unter den Lehrerfächern und in der Lehrerbibliothek; auch in der Schülerbibliothek findet sich manches zur Alten Geschichte und zu den antiken Kulturen.

Alea iacta esto! Chancen und Nöte des Faches Latein im G8

Mit Skepsis begegneten wir Lateinlehrer am AWG den G8 Lehrplanvorgaben durch das KM. Zwar wurde der Wortschatz für die Lehrbuchjahre 6 bis 8 um fast 50 % reduziert, der Grammatikumfang (zwangsläufig!) nicht.

 

Gerade in letzter Hinsicht wurden, wie nun die Erfahrung aus zwei Schuljahren zeigt, bei einigen Schülerinnen und Schülern sehr rasch Überforderungsmerkmale deutlich, nicht zuletzt auch bedingt durch eine wenig glückliche Stoffanordnung in den Übungsbüchern.

 

Andererseits: Viele Kinder packen gerade in der 6. Klasse die Stoffinhalte mit Enthusiasmus und ungezügeltem Elan an, der Leistungsstand findet z. T. höchste Anerkennung und Latein erfreut sich, wie zahlenmäßig belegbar, einer zunehmenden Beliebtheit.

 

Was machen zwischenzeitlich die o.g. "Überforderten"?

 

Per aspera ad astra (Über steinige Wege hin zu den Sternen)  -oder anders gesagt:  Ohne Fleiß kein Preis ! Ausdauer und Motivation von außen müssen für diese Mitschülerinnen und -schüler die Arbeitsgrundlage bilden, die sie bei der Kompensation von Defiziten zu begleiten hat. Dann ist auch hier Erfolg beschieden, wie das Beispiel des jetzigen zweiten Lateinjahres (7. Klasse) eindrucksvoll belegt.

 

Von uns allen wird ein Kraftaufwand abverlangt, machbar ist und bleibt das Fach Latein jedoch alledem!

 

 

Nikolaus Amann