Schülerstreitschlichtung am AWG

Idee und Hintergrund

Streitigkeiten zwischen Schülern werden oft nicht gelöst, sondern nur oberflächlich beendet. Bei der nächstbesten Konfrontation setzen die Schüler ihre Streitigkeiten umso heftiger fort. Am AWG wurden deshalb im Schuljahr 2002/03 erstmals Schülerinnen und Schüler zu Streitschlichtern ausgebildet, um streitenden Mitschülern zu helfen, Konfliktlösungen zu finden, bei denen es keine Verlierer gibt. An mehreren Nachmittagen und in einem mehrtägigen Schullandheimaufenthalt arbeitete sich die Streitschlichtergruppe intensiv in die Theorie und Praxis der Streitschlichtung ein (u.a. Konflikt- und Kommunikationstheorie, Gesprächstechniken) und erwarb sich schließlich das AWG-Streitschlichter-Zertifikat. Weil sich unsere Streitschlichter für die kleineren Konflikte mehr Zeit nehmen können und auch Vertrauen bei den Mitschülern genießen, kann inzwischen so mancher Streit am AWG ganz ohne Lehrer gelöst werden.

 

1. Warum gehen SchülerInnen zur Streitschlichtung?

  • Idealerweise gehen Schüler(innen) von sich aus und freiwillig zur Streitschlichtung, wenn sie ein Konflikt mit einem Mitschüler quält. Die StreitschlichterInnen laden die beteiligten Schüler dann zu einem klärenden Gespräch ein.
  • Sollten LehrerInnen aber einen Streit zwischen Schülern beobachten, können auch diese die betroffenen SchülerInnen zu einem Besuch bei den StreitschlichterInnen verpflichten! Diese melden sich dann im Mediationsraum (27a) und vereinbaren mit der Streitschlichtung einen Termin. Nach dem Gespräch erhalten sie eine Teilnahmebestätigung aus der hervorgeht, ob es zu einer Einigung gekommen ist.
  • Das Mediationsgespräch und der Inhalt der Einigung sind immer streng vertraulich. Sowohl StreitschlichterInnen als auch TeilnehmerInnen verpflichten sich zur Verschwiegenheit. Deshalb bitte die Teilnehmer nicht zu Einzelheiten des Mediationsgesprächs und der Einigung befragen!

 

2. Wann findet Mediation statt?

  • In den Pausen ist der Streitschlichtungsraum täglich besetzt (siehe Aushang vor Z. 27a und auch im Streitschlichtungs-Schaukasten). In dieser Zeit können sich alle SchülerInnen an die Streitschlichtung wenden. Kleine Schlichtungen werden sofort durchgeführt, ansonsten wird ein spezieller Termin vereinbart.
  • StreitschlichterInnen bemühen sich, Mediationsgespräche außerhalb der Unterrichtszeit durchzuführen. In den Pausen finden nur Gespräche statt, die in kurzer Zeit zum Erfolg führen können (andere Fälle werden i.d.R. nach der sechsten Stunde geführt). Sollte sich ein Gespräch notfalls in die Unterrichtszeit erstrecken müssen, halten die StreitschlichterInnen anschließend Rücksprache mit Frau Gräfenstein oder Herrn Wittmann, die den Beteiligten gegebenenfalls Entschuldigungen für die versäumte Unterrichtszeit ausstellen.

 

3. Wer schlichtet?

  • Schlichtungsgespräche werden von StreitschlichterInnen geführt, die i.d.R. 2-3 Jahrgangsstufen über den "Streithähnen" sind (mehr Erfahrung; mehr natürliche Autorität).
  • Schlichtungsgespräche werden nie von StreitschlichterInnen geführt, die die selbe Klasse wie die "Streithähne" besuchen (Problem Neutralität; peer-pressure).

 

4. Was StretschlichterInnen NICHT sind

  • Streitschlichter sind keine "Hilfs-Sheriffs" der Lehrer und dürfen auch nicht so dargestellt werden! Streitschlichtung ist ein Dienst von Schülern für Schüler (Hilfe zur Selbsthilfe). Indirekt kommt dieses Engagement natürlich der gesamten Schule zugute!
  • Streitschlichter sind keine "Richter", die Schuld oder Unschuld von "Tätern" bzw. "Opfern" feststellen. Vielmehr helfen sie aus unparteilicher Position SchülerInnen, die einen Streit (noch) nicht selbst lösen können, die Hintergründe ihres Konflikt zu erkennen, und leiten sie zu einer einvernehmlichen Konfliktlösung an.
  • Es gibt Fälle, die für die Schülerstreitschlichtung nicht geeignet sind. Dazu zählen Formen fortgeschrittenen Mobbings. In solchen Fällen werden Fachleute (z.B. Schulpsychologen) eingeschaltet.

Was sind Mediatoren?

Wir sind eine Gruppe von Schülerinnen und Schülern aller Jahrgangsstufen, die in einer Ausbildung gelernt haben, Streitigkeiten zwischen Schülern so zu schlichten, dass beide Parteien als Gewinner aus dem Gespräch gehen.

Wie gehen wir vor?

Beide Streitparteien schildern den Konflikt mit ihren Gefühlen aus ihrer Sichtweise, ohne sich dabei zu unterbrechen, zu beleidigen oder zu beschimpfen.
Wir moderieren dieses Gespräch und helfen den Streitenden, eine Lösung zu finden.

Welche Ziele haben wir?

Wir wollen, dass alle ohne Angst in die Schule gehen können.
Wir wollen das Schüler- Schüler- Verhältnis stärken.
Wir wollen, dass jeder respektiert wird

Letzte Änderung:  25.06.2012 10:11:16 Uhr
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