nach Christian Dietrich Grabbe

Scherz, Satire, Ironie und tiefere Bedeutung

Dieses Stück lebt von seinen zündenden theatralischen Effekten: parodistische Elemente, derb-deftige Monologe und Charaktere, eine turbulente Handlung, groteske Momente, an Größenwahn grenzende Regieanweisungen und Elemente des Slapsticks - Grabbe hat sich wahrlich ausgetobt.

Die Theatergruppe des AWG hat das Stück vor allem dort verändert, wo zeitbedingte Gesellschafts- und Literaturkritik (die erste Fassung datiert auf 1822) für den heutigen Zuschauer nicht mehr verständlich sind. An Bösartigkeit hat es hoffentlich nichts eingebüßt.

DIE HANDLUNG

In der Hölle ist Großreinemachen und so hat des Teufels Großmutter (Julia Geschwandtner) ihren Enkel, den Teufel (Simon Forster), auf die Erde geschickt. Sie gibt ihm zwar ihren dicksten Pelz mit, der kann jedoch nicht verhindern, dass er erfriert. Er wird von einer Naturhistorikerin (Veronika Vollmer) gefunden, die ihn zu ihren vier Kollegen (Antonia Alt, Mesi Ritzinger, Mariam Mohamati u. Julia Höltke) zur ausgiebigen wissenschaftlichen Analyse bringt, die ein überraschendes Ergebnis zu Tage fördert.

Danach trifft eine seltsame Gesellschaft ein, in deren Mittelpunkt die unorthodoxe Liddy (Alina Ellbrunner), die Nichte des "verschnupften" Barons (Julian Brandecker), steht. Um sie buhlen gleich drei Herren: der hochverschuldete Herr von Wernthal (Torsten Schmaus), der Grobian Freiherr von Mordax (Pauline Bublitz) und der abgrundtief hässliche, aber ehrenhafte Mollfels (Antonia Alt).

Der Teufel ersinnt, um seinem Namen alle Ehre zu machen, die Boshaftigkeit, Liddy für rund 120 000 Taler Wernthal abzukaufen, um sie mit Mordax zu verkuppeln, der dafür jedoch sechs Managerinnen (Julia Geschwandtner, Lena Mutter, Veronika Vollmer, Julia Höltke, Antonia Alt u. Mariam Mohamati) massakrieren muss.

Aufgelockert wird die Handlung durch den feinsinnigen, aber eitlen Dichter Rattengift (Benjamin Gebert) und dem versoffenen Schulmeister (Daniel Pollinger), der das saudumme Gottliebchen (Veronika Vollmer), Sohn des ebenso dumpfen Bauern Tobies (Mesi Ritzinger), zu einem berühmten Literaten machen möchte.

Zusammen mit der Schmiedin Conny (Lena Mutter) fängt er mit Hilfe von 16 Kondomen, die ihm durch die Magd Gretchen (Mariam Mohamati) von der Stadtschulrätin überbracht werden, den Teufel ein, um ihn gegen Geld auszustellen.

Des Teufels Großmutter aber löst den Teufel aus, der sich nun mit einer besonders undurchdachten Lektüre, die er seinem Diener Adolf H. (Felix Stern) übergibt, in die Hölle zum Kaffeetrinken zurückzieht.

Für die musikalische Umrahmung sorgen Gerti Erli, Christina Knobloch, Uli Obeser, Julian Pfrombeck, Julian Lengfelder u. Julian Brandecker,

dramatisch bereichert wird das Stück vom Unterstufentheater u. d. L. v. Julian Brandecker und Simon Forster.