Fachbetreuer: Herr Weiser

Lehrer: Frau Bräunig, Herr Brütting, Herr Ebner, Frau Mertn, Herr Plath, Frau Wiegmann 

Die Fachschaft Latein

Unsere Fachschaft versorgt je nach Schuljahr etwa zehn Lerngruppen: Latein beginnt bei uns am AWG in der sechsten Klasse, und gerade in den ersten drei Lernjahren, also bis Klasse acht, gelingt es uns regelmäßig, zwei Lerngruppen pro Jahrgangsstufe zu bilden und so dann unter den günstigen Bedingungen eines jeweils kleineren Kreises die Fundamente zu erarbeiten. In Klasse 9 und 10 glückt eine solche Teilung unseres Lateinzuges nicht immer, doch in der Qualifikationsstufe haben wir dann regelmäßig unseren kleinen, aber feinen Spezialistenzirkel, in dem sich Jahr für Jahr einige besonders Interessierte aufs Lateinabitur vorbereiten − und seit Jahren gibt es immer wieder welche, die dabei richtig Blut lecken und ihrem Interesse an lateinischer Sprache und Literatur sowie an der Alten Geschichte dann auf der Universität weiter nachgehen, um vielleicht selbst einmal Lehrer zu werden ...

Wenn es am Ende der 5. Jahrgangstufe um die Wahl der zweiten Fremdsprache geht − woraus sich übrigens keine Vorfestlegung für die Wahlmöglichkeiten in der 8. Klasse ergibt, da bleiben alle Optionen offen! −, versuchen wir in Informationsabenden und v. a. auch in entsprechenden Schnupperstunden Entscheidungshilfen zu geben und die typischen Unterschiede zur Alternativsprache Französisch zu verdeutlichen: Im Gegensatz zu einer modernen Fremdsprache mit ihrem breiten Fächer an Aufgabenstellungen wie Hörverstehen, Leseverstehen, Dialogfähigkeit, Mediation, Übersetzen hin und her, Textproduktion, Landeskunde ... − wie man das ja schon aus Englisch kennt −, ist in Latein einerseits das Spektrum schmaler: Im Wesentlichen geht es  um das Übersetzen aus der Fremdsprache, wir sind also spezialisierter bzw. weniger breit aufgestellt − aber dafür sind hier andererseits die Ansprüche vergleichsweise höher, die Komplexität ist größer. Neben der Spracharbeit spielen Sachkunde und Geschichte eine entscheidende Rolle, es geht hier nicht um das Beschwören der Wurzeln Europas, sondern um auf die Zeitachse umgelegte interkulturelle Erfahrungen.

Das alles erarbeiten wir uns Schritt um Schritt in der Lehrbuchphase, während der wir wie sehr viel andere Schulen das „Prima-B“-Lehrwerk verwenden. Im Zusammenhang mit der Spracharbeit lernen wir dort die Lebenswelt der Römer mit ihren Tempeln, Thermen oder Aquädukten kennen, es geht um den Limes, den Vesuv und die unter Asche konservierte Stadt Pompeji, um all die Mythen der Römer und v. a. auch der Griechen − und damit all das nicht nur theoretisch daherkommt, geht's auch immer einmal hinaus aus dem Schulhaus, mindestens bis in die Münchner Museenlandschaft, aber wir waren auch schon weiter weg! Wenn dann im zweiten Halbjahr der 8. Klassen diese erste Runde abgeschlossen ist, beschäftigen wir uns mit der Lektüre von − natürlich schon ein wenig aufbereiteten und v. a. wohlportionierten − Originaltexten; wir schmökern z. B. in den Geschichtsschreibern Nepos und Caesar herum, wir beschäftigen uns mit dem literarischen Gemischtwarenladen und v. a. auch mit der Person des legendären Cicero, einer Art Modellmensch, in dem sich eine ganze Welt spiegelt und der für uns so detailliert greifbar wird wie sonst vielleicht nur noch Goethe; wir lernen einige der enthusiastischen Gedichte Catulls kennen, einige der bissig-giftigen Martials und einige Ausschnitte aus den formvollendeten und zugleich frechen und manchmal unanständigen Dichtungen des Ovid. Wir bedienen uns dabei v. a. des „Lesebuchs Latein“ aus Buchners Verlag, sind aber flexibel genug, um je nach Interesse oder auch abflauendem Interesse auf eine Vielzahl von Alternativtexten aus 2000 Jahren lateinischer Literaturgeschichte zuzugreifen, von der Lebensbeschreibung Karls des Großen über mittelalterliche Studentenlieder, über den Originalbericht des Christoph Kolumbus bis zu den legendären Statements des  Weltbürgers Erasmus.
Im Bereich der Qualifikationsstufe geht es dann für diejenigen, die unserem Fach die Treue halten, um die großen Themen der antiken Philosophie, es geht um die merkwürdige Entwicklung Roms vom Bauerndorf-Verbund zur Hauptstadt eines Weltreichs und zum Zentrum der Zivilisation − und dann in vielem wieder zurück, und es geht um die literarische Formulierung und Überhöhung all dessen − aber auch um die Gegenstimme der realistischen und satirischen Erfassung der alltäglichen Römerwelt.

Man sieht: ein ziemlich buntes Spektrum. Und dazu haben wir auch unseren Fachraum noch bunt angemalt. Wer also Lust hat ...

 

Sprachenwahl: Latein u. Französisch im Vergleich

„Römer in Bayern“ – Eine Exkursion der 8. Klassen

Am 17. März machten sich die Lateingruppen der 8. Klasse mit Fr. Wiegmann und Fr. Struck auf den Weg zur U-Bahn und fuhren Richtung Lehel. Dort angekommen marschierten wir noch 5 Minuten zur Archäologischen Staatssammlung. Nachdem wir unsere Jacken abgelegt hatten und die Bekanntschaft mit unserem Gruppenleiter Bernhard, der ein Nachbar eines Mitschülers war, machten,  gingen wir in einen Raum in dem die bayrische Karte abgebildet war. Dort erklärte Bernhard uns,  wie die Römer den südlichen Teil Deutschlands eroberten. Danach wurden wir darüber informiert, welche Kleidung die Soldaten beim Angriff benutzt haben und wie die Donau verteidigt wurde. Schließlich haben wir uns genauer über die römische Ess-und Trinkkultur unterhalten. Wir durften sogar an einer damals beliebten Fischsoße riechen.
Unser letzter Schwerpunkt der Führung waren die Gräber und das Leben der Römer im Jenseits. Wir besichtigten dabei eine Statue, die eine reiche Frau abbilden sollte. Diese Steinskulptur stellte früher eine Frau auf ihr Grab. Es sollte ein Merkmal für ihren Reichtum sein. Die Römer haben auch Geschirr und kostbare Nahrung mit beigelegt, denn sie glaubten,  dass man nach dem Tod weiterlebte und dafür Essen benötigte. Nach der informativen Führung versammelten sich alle Lateinschüler, Lehrerinnen und Bernhard wieder in einem Raum. Dort durften wir abschließend verschiedene römische Utensilien basteln, wie z.B. eine Fibel oder einen Spiegel. Nachdem wir uns von dem netten Bernhard  verabschiedet hatten, kehrten wir in die Gegenwart zurück, indem wir am Eisbach den Surfern zuschauten. Hiermit endete ein sehr gelungener  Ausflug.

Lateinraum (107)

[] 1. von 14 Bildern []


Stundentafel

JahrgangsstufeWochenstunden
5/
64
74
84
93
103

Zahl der Schulaufgaben

Klasse                      Anzahl 
64
74
84
93
103

Alle Angaben ohne Gewähr!