Höher, schneller, weiter…

 

Unter dem Motto fanden am 27. und 28.7.2016 die Projekttage der Schülerinnen und Schüler des Adolf-Weber-Gymnasiums statt. Für die 6. Klassen wurde dies vor allem am zweiten Tag zu einem besonderen Erlebnis, als sie für wenige Stunden in die Zeit der Antike eintauchen durften und bei sportlichen Wettkämpfen ihre Stärke maßen. Die antiken Olympischen Spiele, in denen die verschiedenen Disziplinen Ringen, Dreihopp, Speerwurf und Wettlauf über den Sieg entschieden, waren somit für viele der Kinder ein abwechslungsreicher und gelungener Abschluss des vergangenen Schuljahres.


Ulrike Ulmer

 

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Ausflug der 6c zu einer Ausgrabungsstätte

Am 14. Juni besuchten wir, die Klasse 6c, zusammen mit Frau Detzer und Frau Lazaridis eine Reihengrabstätte des Frühmittelalters. Nach einem kurzen Fußweg nutzten wir die öffentlichen Verkehrsmittel, um an unser Ziel in Pasing zu gelangen.

Bei der Ankunft wurden wir freundlich von zwei Archäologen begrüßt, wobei sich herausstellte, dass der eine unser Führer für den heutigen Tag sein wird. Nach einer langen Einführung, wie die Tour abläuft und welche Aufgaben ein Archäologe hat, begann die Führung.

Als erstes wurde uns gezeigt, wie die Menschen im Frühmittelalter gelebt und gekämpft haben. Dazu durften wir noch Schwert, Schild und Lanze halten. Nachdem wir unser Wissen bereichert haben, gingen wir nun zum großen Highlight der Führung: Die Grabstätte, in der sogar ein vollständiges Skelett eines Pferdes ausgestellt wurde. Auch frisch ausgegrabene Gräber mit menschlichen Skeletten wurden uns gezeigt, sodass wir aufpassen mussten, dass nichts kaputt geht. Zudem durften wir sehen, wie eine Ausgrabung mit Bagger, Schaufeln und Pinsel durchgeführt und mit Fotos und Zeichnungen dokumentiert wird.

Weil wir so artig bei der Führung zuhörten und uns benahmen, bekam jeder einen Keks. So kehrten wir in der zweiten Pause zur Schule zurück, womit unser Ausflug endete. Ich würde mich freuen, wenn wir öfter solche Ausflüge machen würden.

Daniel Binder, 6c

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Trabis auf dem Pausenhof das Adolf-Weber-Gymnasium erinnert an den Mauerfall vor 25 Jahren

„Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten!“, hört man Walter Ulbricht lügen, während eine Gruppe von Elftklässlern Umzugskartons und Bananenkisten auf dem Pausenhof zu einer 8 m breiten und 2,5 m hohen Wand stapelt. Davor stehen zwei 17Jährige in NVA-Uniformen, die den Mauerbau ihrer Mitschüler überwachen. Etwa 700 Schüler, Lehrer und Eltern sind am Freitag, den 7.11.14, auf dem Pausenhof versammelt, um der Mauer-Aktion der beiden Q11-Kurse (Kunst und Geschichte) zuzusehen. Im Hintergrund hört man Musik „Die Partei hat immer recht“, den „Sonderzug nach Pankow“ und schließlich „Another Brick in The Wall“, die Mauerbau und Mauerfall im Zeitraffer begleitet. Karolina, die im „Westen“ zusammen mit zwei Mitschülerinnen mit Spraydosen die Mauer verschönert, kann gerade noch zur Seite springen, denn plötzlich kracht es laut, alle Kartons stürzen durcheinander und ein taubenblauer Trabi durchbricht die Mauer. Schwarz-rot-goldene Fähnchen werden geschwungen und  ein grünes und ein rotes Ampelmännchen schenken den Fahrern der Trabi-Kolonne Bananen. Sieben bunte Trabants stehen auf dem Pausenhof und werden von den Schülern begeistert begrüßt. Der letzte in der eindrucksvollen Schlange ist mit weiß-blauen Rauten lackiert.  Der Bayrische Trabant Club hat seine Mitglieder für diese Veranstaltung mobilisiert und ist extra zu dieser Gedenkaktion nach München gekommen. „Wahnsinn!“, wird sich da mancher, der zufällig am Schulgelände vorbeigegangen ist, gedacht haben...

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Tag der Quellen

Am 06.November trifft sich die Q11 des Adolf-Weber-Gymnasiums zum Tag der Quellen am Stieglmaierplatz im Theater. An diesem Tag soll an die Reichsprogromnacht, die am 09.11.1938 war, erinnert werden. In dieser wurden zahlreiche Synagogen, jüdische Geschäfte und jüdische Friedhöfe zerstörrt. Außerdem sind in diesen Tagen (07-13.11.1938) mehr als 300 Menschen getötet worden. Zu diesem Anlass werden Werke von jüdischen Autoren von Schüler mehrerer Gymnasien auf der Bühne vorgetragen und vorgespielt.

Zeitzeuge am AWG

Am 26. Juni 2014 war der 94-jährige jüdische Zeitzeuge Max Mannheimer am Adolf-Weber-Gymnasium zu Gast. Er berichtete von seinem bewegten Leben in der Zeit des NS-Regimes und erläuterte sehr anschaulich die politischen Hintergründe. Seine Einladung war ausdrücklich auf den Wunsch unseres Geschichtskurses hin geschehen, der sich die Frage gestellt hatte, wie man das Thema des Holocaust im Unterricht behandeln könnte.
Nach einer kurzen Begrüßung begann Mannheimer, den Schülern von seinem Leben zu berichten. Er wurde 1920 in Neutitschein in der Tschechoslowakei geboren. Mit dem Münchener Abkommen im September 1938 wurde Neutitschein an das Deutsche Reich angegliedert. Mannheimers Vater wurde während der Novemberpogrome aufgrund seines jüdischen Glaubens inhaftiert und musste nach seiner Entlassung den vom Deutschen Reich besetzten Teil des Landes verlassen. Die Familie floh nach Ungarisch Brod, das dann aber 1939 ebenfalls Teil des Deutschen Reichs wurde. Ende 1940 lernte Max Mannheimer Eva Bock kennen und heiratete sie Anfang September 1942 in der Hoffnung, so bei der drohenden Deportation zusammenbleiben zu können. 1943 wurden Mannheimer und seine Frau Eva, seine Eltern und seine Geschwister dann tatsächlich nach Theresienstadt deportiert und kurz darauf weiter nach Auschwitz. Dort wurden seine Eltern, seine Frau und seine Schwester schon bei der Ankunft durch die berüchtigten SS-Ärzte als arbeitsunfähig aussortiert und sogleich ermordet. Von diesem Moment berichtete Mannheimer den Schülern, indem er aus seiner Autobiographie Spätes Tagebuch zitierte.
Max Mannheimer und sein Bruder Edgar wurden, nachdem eine Odyssee von Verlegungen und Evakuierungstransporten sie über Warschau, Dachau und Karlsfeld nach Mühldorf geführt hatte, im April 1945 in Tutzing durch die Amerikaner befreit, sie waren die einzigen überlebenden der Familie. Obwohl er sich nach seiner Befreiung fest geschworen hatte, nie wieder deutschen Boden zu betreten, kehrte er bereits 1946 wegen seiner zweiten Frau, einer ehemaligen deutschen Widerstandskämpferin, wieder hierher zurück. Als Zeugnis all dieser Erlebnisse zeigte Mannheimer den sehr beeindruckten und ergriffenen Schülern die unauslöschliche Häftlingsnummer 99728, die ihm während seiner Gefangenschaft im Konzentrationslager auf den Arm tätowiert worden ist.
Zum Schluss des Besuchs nutzten wir Schüler die Möglichkeit, Fragen zu stellen. Besonders interessant war dabei Mannheimers Antwort, als jemand wissen wollte, was ihm während der langen Zeit im Konzentrationslager Kraft gegeben habe. Er erzählte, dass es sein jüngerer Bruder Edgar war, der ihm mit seiner positiven Einstellung Mut machte und für den er sich verantwortlich fühlte.
Beeindruckend war vor allem, dass Max Mannheimer trotz seiner Erlebnisse seine Freude am Leben und seinen Humor wiedergefunden hat. Trotz des traurigen Themas brachte er die Zuschauer durch seine Witze immer wieder zum Schmunzeln. Seinen Vortrag beendete Mannheimer, indem er an seine jugendlichen Zuhörer appellierte: �Ihr seid nicht dafür verantwortlich, was damals geschah. Aber dass es nicht wieder passiert, dafür schon!�
Paulina La Bont�, Q11

Geschichte

„Keiner kann glücklich genannt werden, der nicht an öffentlichen Angelegenheiten teilnimmt, niemand ist frei, der nicht aus Erfahrung weiß, was öffentliche Freiheit ist, und niemand ist frei oder glücklich, der keine Macht hat, nämlich keinen Anteil an öffentlicher Macht.“ (Hannah Arendt)

Das Fach Geschichte trägt in besonderer Weise Verantwortung für die Ausbildung junger Menschen zu freien und glücklichen Mitgliedern der Gesellschaft. Ziel des gebildeten Menschen muss sein, aus dem Vergangenen zu lernen, die Gegenwart zu gestalten und Visionen für die Zukunft zu entwickeln. Dabei muss unsere (vergleichsweise junge) Demokratie stets aufs Neue weiterentwickelt und verteidigt werden, von aktiven und wissenden Bürgern. Den vielfältigen Herausforderungen unserer Zeit (global change, Folgen der Entkolonialisierung, Ende der Nationalstaaten, „asymmetrische Konflikte“, Einigung Europas etc.) wird eine moderne und engagierte Jugend entgegentreten, dafür versuchen wir zu sorgen.

In den Jahrgangsstufen 6 bis 10 erhalten die Schülerinnen und Schüler einen an der Chronologie historischen Geschehens orientierten Überblick über die Epochen und Räume der Weltgeschichte. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der Erarbeitung von Grundlinien deutscher und europäischer Geschichte, ab der Frühen Neuzeit aber auch zunehmend weltpolitischer Dimensionen. Die Anschaulichkeit ist in den Jahrgangsstufen 6 mit 10 ein wichtiger Ausgangspunkt für den Geschichtsunterricht, dabei werden die historischen Fakten von Anfang an stets in größere Zusammenhänge eingebettet.

Die 6. Jahrgangsstufe: Die Schülerinnen und Schüler beobachten die Entwicklung früher Kulturen in der Auseinandersetzung mit ihrer natürlichen Umwelt. Die archaischen Aspekte des steinzeitlichen Lebens sind für die Kinder besonders griffig und spannend. Die neolithische Revolution wird dabei als elementarer Schritt in der Entwicklungsgeschichte des Menschen begriffen. Bei der Beschäftigung mit Griechenland und dem Römischen Reich begegnen unsere Schülerinnen und Schüler Fragestellungen und Phänomenen, die auch in späteren Epochen immer wieder von Bedeutung sind. Den Übergang von der Antike zum Mittelalter erkennen sie schließlich als eigenständigen Zeitraum, der gleichermaßen von Kontinuität und Wandel geprägt ist.

Neolithische Pfeilspitzen aus der Sahara
Abdruck eines syrischen Rollsiegels, ca. 2. Jt. v. Chr.

Jahrgangsstufe 7: Die Jugendlichen lernen hier die Grundzüge der alteuropäischen Gesellschaft im Mittelalter und in der frühen Neuzeit kennen und erfahren von Begegnungen der Europäer mit fremden Zivilisationen. Als besonders lebendig werden frühe Handelsnetze (Wikinger, Hanse, Ostindienfahrer) empfunden. Die Europäisierung der Erde wird ihnen in diesem Rahmen als eine Vorstufe der modernen Globalisierung vermittelt. Renaissance, Humanismus, Reformation und Konfessionskriege begreifen sie als eine Phase, in der im Innern das Verhältnis von Individuum und Gemeinschaft thematisiert, nach außen die europäische Staatenwelt neu geordnet wird. Am Beispiel des Absolutismus und der konstitutionellen Monarchie lernen sie wichtige Veränderungen in Staat, Gesellschaft und Wirtschaft während der frühen Neuzeit kennen.

Spätmittelalterliches Schloss Kastelbell im Vinschgau

In der 8. Jahrgangsstufe setzen sich die Jugendlichen dann mit dem Übergang von der alteuropäischen zur industriellen Gesellschaft auseinander. Sie lernen Ansätze zur Ausbildung demokratischer Strukturen sowie Hemmnisse und Rückschläge auf diesem Weg kennen. Dies erlaubt ihnen, die historischen Grundlagen freiheitlich-demokratischer Wertvorstellungen in ihrem Gegensatz zu Obrigkeitsdenken und Nationalismus zu erfassen, ein wichtiger Schritt zur Bildung eines staatsbürgerlichen Grundverständnisses.

Das völlig zerstörte Dorf Fleury bei Verdun


9. Jahrgangsstufe: Ausgehend von der Beschäftigung mit der Weimarer Demokratie und der existenziellen Gefährdung demokratischer Ordnungen in Europa durch das nationalsozialistische Gewaltregime sehen die Jugendlichen, wie sich als Ergebnis des Zweiten Weltkriegs die Teilung der Welt zwischen den neuen Supermächten USA und UdSSR vollzieht und im beginnenden Kalten Krieg Konfrontation, aber auch globale Stabilität als „Gleichgewicht des Schreckens“ herrschen. Vor diesem Hintergrund betrachten sie die historische Entwicklung nach 1945. Die besondere Verantwortung der jungen deutschen Demokratie hinsichtlich der Themen Toleranz, Frieden und internationaler Kooperation wird in dieser Jahrgangsstufe erörtert, eine Exkursion zum Konzentrationslager Dachau hilft den Blick hierfür zu schärfen.

Der Nationalfriedhof Arlington bei Washington

In der 10. Jahrgangsstufe erkennen die Schülerinnen und Schüler, dass seit den 1960er Jahren Entwicklungen in Gang kommen, die eine neue Dynamik in die internationale Politik bringen und Auswirkungen sowohl auf die bis dahin bipolare weltpolitische Konstellation der Nachkriegszeit als auch auf die Situation in der Deutschen Frage nach sich ziehen. Die Auflösung der Blöcke 1989/90 erfassen sie als einen epochalen Vorgang für das 20. Jahrhundert. Die Schüler begreifen, wie das Ende des Ost-West-Konflikts auch die Lösung der Deutschen Frage ermöglicht und für die ehemaligen Staaten des Ostblocks die Möglichkeit eröffnet, am europäischen Integrationsprozess teilzuhaben. Zugleich erkennen sie aber auch, wie die Auflösung der bipolaren Welt zu einer Instabilität neuer Art führt.
Im Rahmen eines fachübergreifenden Projekts mit Sozialkunde verstehen die Schüler beispielhaft Zusammenhänge zwischen gegenwärtigen Herausforderungen und historisch gewachsenen Bedingungen.

Der Geschichtsunterricht in den Jahrgangsstufen 11 und 12 konzentriert sich auf der Basis eines soliden Grundwissens aus den vorangegangenen Jahren stärker auf Strukturierungskonzepte wie Längs- und Querschnitte, Vergleiche und problemorientierte Fallstudien, welche die in den Jahrgangsstufen 6 mit 10 erworbenen Kenntnisse und Fähigkeiten methodenorientiert und mehrperspektivisch in neuen Zusammenhängen zur Anwendung bringen und vertiefen. Das Fach Geschichte in den Jahrgangsstufen 11 und 12 erweitert die Allgemeinbildung der jungen Erwachsenen und gewährleistet eine sichere historische Orientierung. Die Wahl eines (P- oder W-) Seminars Geschichte eröffnet ihnen die Möglichkeit, sich wissenschaftsnah mit spezielleren, den Stoff des Lehrplans vertiefenden und ergänzenden Themen zu befassen.

F. Barnikel

Stundentafel

JahrgangsstufeWochenstunden
5
/
62
72
82
92
101*

*) Mit Sozialkunde gekoppelt

Herr Görge (Fachbetreuer)
Herr Dr. Barnikel
Frau Eder
Herr Humburg
Frau Kolbeck
Frau Kremer
Frau Pesta
Frau Pesta
Herr Schleich
Frau Schrettle
Frau Selmeier
Frau Ulmer
Herr Verbeck
Herr Wiegmann